Pünktlich am 3. Mai 2018 wurde das Merck Innovation Center in Anwesenheit der Bundeskanzlerin, des Ministerpräsidenten von Hessen sowie führenden Vertretern des Unternehmens, der Wirtschaft und der Wissenschaft eingeweiht. Das IC soll auch sichtbarerer Beweis für die Umgestaltung und internationale Neuausrichtung des Traditionsunternehmens sein und die bessere Wahrnehmung des Unternehmens in der Öffentlichkeit fördern.
Vom Produktionswerk zum Wissenscampus
Der Standort Merck in Darmstadt soll sich schrittweise von einem Produktionswerk zu einem Technologie- und Wissenscampus entwickeln. Kernstück dieser Veränderung ist das Innovation Center mit einer neuen Arbeitswelt. Ein dynamisches Raumkontinuum unterscheidet und verbindet die einzelnen Arbeitsorte zu einem räumlichen Netzwerk.
Dass der Bau termingerecht fertiggestellt werden konnte ist auch auf „Wirksame Leistungsanreize für die Ausführung von Planungs- und Bauleistungen“ zurück zu führen, wie Dr.-Ing. Dietmar Möller, Gesamtprojektleiter Merck KGaA in einem Erfahrungsbericht in der Zeitschrift Bauwirtschaft darlegte. Gemeinsam mit Ralf Molter (Geschäftsleitung Drees & Sommer GmbH) und Rechtsanwalt Lars Bollensen definierten sie, warum man bei Merck konsequent andere Wege gegangen sei und statt sonst üblicher Vertragsstrafen für die Erreichung von Zwischenterminen und Meilensteinen „echte“ Boni vereinbarte.
Erhöhte Anforderungen an die Statik
Eine genehmigungsrechtliche Besonderheit der Gebäude, die wegen ihrer Nutzung unter die hessische Versammlungsstätten-Richtlinie fallen, ergibt sich aus deren Lage in unmittelbarer Nachbarschaft zu chemischen Produktionsanlagen, die ihrerseits der Störfallverordnung nach Bundes-Immissionsschutz-Gesetz (BImSchG) unterliegen. Nach umfangreichen Überlegungen und Abstimmungen mit Fachgutachtern und zuständigen Behörden konnten die entsprechenden, zusätzlichen Auflagen für die Gebäude erst während der Ausführungsplanung vollständig berechnet werden. Daraus folgten nochmals erhöhte Anforderungen an die Gebäudestatik, die noch während des bereits laufenden Vergabeprozesses für den Rohbau einmal grundlegend überarbeitet werden musste, ergänzt Dietmar Möller.
Referenzbeispiel für beste Kooperation
Die sehr hohen gestalterischen, technischen und qualitativen Anforderungen an den Rohbau mit einem hohen Anteil an räumlich gekrümmten Sichtbetonflächen wurden zur vollständigen Zufriedenheit des Bauherrn und des Architekten erfüllt. Das Innovation Center erhielt den 2. Preis des European Concrete Award 2018 des European Concrete Societies Networks (ECSN). Es dient als Referenzbeispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Bauherrn, Planern und ausführenden Firmen in einem komplexen Bauprojekt.
Die allseitig transparente Fassade und die hochschallabsorbierenden Decken gewährleisten hervorragende Arbeitsbedingungen hinsichtlich Tageslicht und Akustik. Des Weiteren sind im Innovation Center neue Produkte und Techniken von Merck bei der Beleuchtung, den Beschichtungen und im Oberlicht verbaut. Zur Anwendung kommt neueste OLED-Technologie in der Kunstinstallation Light Cloud sowie bei der Bildschirminstallation Media Wall.
Die 1668 von Friedrich Jacob Merck in Darmstadt gegründete Firma ist das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt. Über 10.000 Beschäftigte hat Merck am Standort Darmstadt, weltweit sind es 51.000.